Wasserwirtschaftliche Belange

… wenn wasserwirtschaftliche Belange nicht entgegenstehen.

Diesen Nebensatz finden wir überall in unseren Wassergesetzen.

Ein Privileg für die Wasserwirtschaft, das heute eigentlich nicht mehr zu rechtfertigen ist. Als die Wasserwirtschaft wirklich und tatsächlich noch vollständig in kommunaler Hand war, ging es in erster Linie darum, die Menschen mit Wasser zu versorgen und das Abwasser, das geeignet war, die Umwelt zu belasten, zu behandeln und unschädlich zu machen.

Schon immer wurde auf dem Land sehr sorgsam mit den Ressourcen umgegangen, hatte man sein Land doch seit Generationen in der Bewirtschaftung und konnte es sich auch für die Zukunft nicht anders vorstellen.

So wurde darauf geachtet, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und es wurde alles auf dem Hof dazu verwertet (Die Natur kennt keine Abfälle, Randthema Nr. 12) – und auch die menschlichen Fäkalien waren ein wertvoller Rohstoff.

Als man jedoch begann, Land, Ressourcen und Menschen den größt-möglichen Gewinn anzuringen, änderte sich das.

Auch in der DDR war die Reinigung von Industrie-Abwässern ein störender Kostenfaktor, den man versucht hat, zu umgehen.

Nach der Wende sollte das anders werden. Wie es in Brandenburg ablief, findet sich hier im ersten Teil.
Das war wohl in allen neuen Bundesländern ähnlich.

Die VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung wurden in GmbHs überführt, die dann kommunalisiert werden sollten.
Die größeren Orte gründeten eigene Stadtwerke und entzogen sich schnell dieser „Zwangssolidarisierung“.

Nur die kleinen Orte und das flache, dünnbesiedelte Land blieb für die Zweckverbände. Trotzdem war man der Meinung – die maßgeblich von den Landesregierungen durch Fördermittel unterstrichen wurde – nun müsse überall Kanalisation gebaut werden.
Das hat vielleicht zu DDR-Zeiten funktioniert, als möglichst viele Menschen durch staatliche Steuerung in Lohn und Brot gehalten werden sollten.
Ein Leben, wie im Paradies – aber unbezahlbar.

Erst recht heute, wenn es die Bürger selbst bezahlen sollen, ohne auch nur den geringsten Einfluss auf die entsprechenden Entscheidungen zu haben.

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